Ein Schild mit der Aufschrift
Quereinsteigen in eine neue Karriere: Auch für Generalist*innen interessant. Bild: © Leonardo.Ai/KI-generiert

Quereinstieg als Generalist*in

Nochmal neu anfangen: Der Quereinstieg macht es möglich. Dabei ist der Weg in die neue Karriere absolut individuell – und genau deshalb eine gute Option für Generalist*innen.

Text: Stefanie Schweizer

Nochmal neu starten, in einem ganz anderen Bereich tätig sein und sich sowie die Arbeitswelt neu entdecken: Diesen Wunsch tragen Fachkräfte häufig in sich, wenn sie einen Quereinstieg vollziehen. Das heißt, sie sind oder werden in einem Beruf tätig, der nicht ihrem Abschluss entspricht. Das kann sich sowohl auf den fachlichen Schwerpunkt als auch auf den Grad des Abschlusses als solchen beziehen.

Im Internet gibt es verschiedene Umfragen, die die Beliebtheit des Quereinstiegs in den letzten Jahren belegen. Besonders spannend ist jedoch ein Ergebnis einer StepStone Studie aus dem Jahr 2025 mit über 3.600 Befragten: 74 Prozent sind auch heute noch mit ihrem Karrierewechsel zufrieden.


Wann lohnt sich ein Quereinstieg?

Es gibt mehrere Faktoren, die ein guter Grund für einen Quereinstieg sein können – und oftmals greifen diese auch ineinander. Hat beispielsweise eine Biologin ohnehin schon mit der Idee geliebäugelt, die Forschung zu verlassen und in der freien Wirtschaft unterzukommen, kann die Streichung von Mitteln eine gute Gelegenheit für diesen Schritt sein.

Aber auch eine allgemeine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Job, der Wunsch nach mehr Kontakt mit Menschen oder nach einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind gute Gründe, sich mit dem Thema Quereinstieg auseinander zu setzen. Sollten Faktoren wie diese ausschlaggebend für einen Karrierewechsel sein, ist es hilfreich, die Bedingungen zu notieren, die das neue Arbeitsumfeld mitbringen sollte. Das erleichtert die Suche.

Dementsprechend ist die Antwort auf die Frage „Wann lohnt sich ein Quereinstieg“ vielfältig. Natürlich kann es sich unter Umständen klassisch finanziell lohnen, wenn beispielsweise eine prekär beschäftigte Theaterfachkraft den Einstieg in den öffentlichen Dienst schafft. Es kann aber auch rein um emotionale Dinge gehen, wie weniger Stress durch beispielsweise geregelte Arbeitszeiten. Wann sich ein Quereinstieg lohnt, entscheidet jede*r für sich selbst.

Wo werden Quereinsteiger*innen gesucht?

Fachfremde Personen werden in den verschiedensten Bereichen gesucht. Für Generalist*innen stellt sich dabei zunächst die Frage, ob sie in eine Tätigkeit wechseln wollen, die einen akademischen Abschluss voraussetzt oder nicht. Typische und in Suchmaschinen häufig gelistete Bereiche für einen Quereinstieg sind etwa:

  • Soziales, zum Beispiel als Sozialarbeiter*in
  • Verwaltung, zum Beispiel als Sachbearbeiter*in im öffentlichen Dienst
  • IT, zum Beispiel als Programmierer*in oder Softwareentwickler*in
  • Schuldienst, als Lehrer*in

Aber es gibt auch beliebte Jobs für einen Quereinstieg, die nicht zwangsläufig einen akademischen Abschluss voraussetzen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Erzieher*in
  • Tätigkeiten im Büro
  • Zugbegleiter*in

So gelingt der Quereinstieg

Ist die Wahl auf eine neue Karriere gefallen, müssen die Zugangsvoraussetzungen recherchiert werden. So durchlaufen Quereinsteiger*innen im Lehramt oder im Erziehungswesen oftmals eine mehrjährige Umschulung, um entsprechende Qualifikationen zu erlangen. Dahingegen dauert beispielsweise eine Weiterbildung als Zugbegleitung bei der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH nur 13 Wochen.

Sollte eine Ausbildung sehr lange dauern, lässt sich die Zeit eventuell abkürzen, indem man sich auf verwandte Berufe konzentriert. Beispiel 1: Den Quereinstieg als Sozialarbeiter*in gibt es in aller Regel nicht, da die Grundlage hierfür ein abgeschlossenes Sozialpädagogikstudium ist. Die Weiterbildung als Pflegehelfer*in hingegen dauert im Schnitt 200 Stunden. Beispiel 2: Die Ausbildung als Erzieher*in dauert zwar bis zu drei Jahre, kann aber oftmals berufsbegleitend absolviert werden.

Daran zeigt sich, dass sich wechselbereite Fachkräfte vorab über das Ziel der neuen Karriere im Klaren sein sollten. Dabei können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Wo will ich hin – und von was will ich weg?
  • Suche ich neuen fachlichen Inhalt oder lediglich neue Rahmenbedingungen für meine Arbeit?
  • Wie genau kenne ich den Arbeitsalltag des neuen Berufs?
  • Welche meiner bisherigen Kompetenzen sind übertragbar – und welche muss ich neu aufbauen?
  • Was bin ich bereit zu investieren (Zeit, Geld, gegebenenfalls Gehaltseinbußen, erneute Ausbildung)?

Quereinstieg ab 50

Insbesondere berufserfahrene Fachkräfte zögern, wenn es um den Einstieg in eine neue Karriere geht. Grund dafür ist oftmals die Angst, aufgrund des Alters nicht mehr gewollt zu werden. Genaue Zahlen, wie vielen Fachkräften in diesem Alter der Quereinstieg gelingt, gibt es nicht – aber es gibt zahlreiche Beispiele von Erfolgen. So veröffentlichte die Deutsche Rentenversicherung das Beispiel einer Fachkraft Mitte 50, die zunächst in der Küche einer Kita begann und sich letztlich für die Ausbildung zur Erzieherin entschieden hat.

Aufgrund ihrer langjährigen Berufserfahrung ist bei Fachkräften ab 50 die Weiterbildung in eine Leitungsposition beliebt – und das auch gerne in fachfremde Branchen. Dazu zählen beispielsweise Personalmanagement, Nachhaltigkeitsmanagement oder Business Consulting.

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