Lernvideos erstellen
Lernvideos selber machen geht leichter als gedacht. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Lernvideos erstellen – ganz ohne grafisches oder zeichnerisches Vorwissen.
Text: Anja Schreiber
Ob als Teil des Onboarding-Prozesses, einer Schulung, als Element einer Vorlesung an der Hochschule oder in der unternehmensinternen Weiterbildung: Lernvideos sind in verschiedenen Situationen praktisch. Häufig genutzte Formate und Beispiele sind:
- Erklärvideos
- Präsentationsvideos / Tutorials für das Onboarding
- Animationsvideos / Whiteboard-Videos zur Erklärung komplexer Themen
- Erfahrungs- und Praxisvideos wie die Vorführung eines Kundengesprächs
- Microlearning-Videos für eine schnelle Wissensauffrischung
Lernvideos selbst machen: So geht‘s
Am Anfang jeder Videoproduktion stehen die Konzeption und die Skriptentwicklung. Dabei werden das Format und seine Dauer festgelegt, die Zielgruppe definiert und die Hauptbotschaft bestimmt. Dies bildet wiederum die Grundlage für das Schreiben des Skriptes.
Eine konkrete Zielgruppenansprache und ein gutes Storytelling, also das Erzählen von Geschichten, gehören ebenso zur einprägsamen Informationsvermittlung wie eine klare Sprache. Hilfreich ist auch die Erstellung eines Storyboards, einer visuellen Darstellung der geplanten Szenen.Hierfür gibt es mittlerweile zahlreiche KI-Tools wie beispielsweise Storyboarder AI, die innerhalb von Minuten Zeichnungen erstellen. Dabei soll festgelegt werden, welche Informationen auf Text- oder Sprachebene und welche auf Bildebene vermittelt werden.
Einige Beispiele: Bei Software-Erklärvideos führt ein Voice-Over durch Menüs und Funktionen, während die Oberfläche gezeigt und durch Markierungen oder Zooms hervorgehoben wird. Bei Screencasts wird die Stimme meist direkt mitaufgenommen, bei Animations- oder Whiteboard-Videos hingegen separat eingesprochen und teils mit Soundeffekten ergänzt.
Die richtige Technik für Lernvideos
Vor der eigentlichen Videoerstellung stellt sich natürlich die Frage nach der technischen Ausstattung. Diese muss nicht unbedingt kostspielig sein. Für Anfänger*in reicht meist schon eine externe Webcam und ein externes Mikrofon, etwa ein Headset oder ein Richtmikrofon.
Wer mehr Geld investieren will und kann, kann sich eine hochwertige externe Kamera anschaffen. Besonders wichtig ist auch eine gute Ausleuchtung der Person, die gefilmt werden soll. Dabei helfen zum Beispiel Ringlichter.
Lernvideos kostenlos erstellen
Es gibt viele Plattformen, die kostenlose Vorlagen für die Erstellung von Lernvideos anbieten. Dazu zählen beispielsweise Canva, Adobe Express und verschiedene KI-Tools. Welche davon für Sie die richtige ist, hängt einerseits von der Art des Videos ab, das Sie erstellen wollen. Andererseits ist bei der Verwendung solcher Vorlagen, die gegebenenfalls animierte Elemente, KI-generierte Talking Heads und auch Soundeffekte bieten, auf rechtliche Aspekte zu achten.
Wer seine Inhalte vollständig selbst produziert, kann mit den kostenlosen Programmen Audacity und Shotcutsowohl Audio als auch Bewegtbild editieren. Soll das Lernvideo simpel gehalten werden, kann auch Power Point ein dienliches Werkzeug sein. Einen schnellen Überblick über aktuelle Tools und ob sie für entsprechende Aufgabe geeignet sind, können Sie oftmals über entsprechende Tutorials auf Youtube gewinnen.
Schritt für Schritt Anleitung: Lernvideo selbst erstellen
1. Zielgruppe festlegen
2. Ziel und Inhalt festlegen
3. Länge, Form und Stil des Lernvideos wählen
4. Skript erstellen (auf Text-, Audio- und Bildebene achten)
5. Feedbackschleife zur Verständnisüberprüfung
6. Passendes Storyboard dazu entwickeln
7. Ggfs. Audioaufnahmen selbst machen
8. Alles zusammenfügen
9. Testpublikum aus der Zielgruppe zeigen und ggfs. Verbesserungen durchführen
