Unerlaubte Verwendung von Daten
Artikel auf Merkliste setzenIhr gutes Recht kompakt 2: Wir fassen wieder ein Urteil aus dem Arbeitsrecht zusammen, welches auch Sie betreffen könnte. Es geht darum, ob und wie Ihr Arbeitgeber Ihre persönlichen Daten für Testzwecke verwenden darf.
Text: Daniela Obermeyer
Eine Situation, wie sie wohl häufig in deutschen Firmen auftritt: Ein Unternehmen möchte ein neues Personalverwaltungssystem testen und braucht dafür echte Daten von Mitarbeiter*innen. Im vorliegenden Fall ging das betreffende Unternehmen dabei zunächst korrekt vor: Mit dem Betriebsrat wurde einer Vereinbarung beschlossen, dass und welche personenbezogenen Daten verwendet werden dürfen: unter anderem der Name, das Eintrittsdatum in den Betrieb, der Arbeitsort und geschäftliche Kontakte. Allerdings wurden im Laufe des Testbetriebs wesentlich mehr Daten an das System übermittelt. So stellte ein betroffener Arbeitnehmer fest, dass zusätzlich auch seine Gehaltsdaten, private Wohnanschrift, Geburtsdatum, Familienstand, Sozialversicherungsnummer und Steuer-ID an die Muttergesellschaft des Konzerns gesendet wurden. Damit war er nicht einverstanden und verklagte seinen Arbeitgeber mit Bezug auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf Schadenersatz in Höhe von 3.000 Euro.
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