Die richtigen Stellen finden
Annika Schneider ist Expertin für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen beim WILA Arbeitsmarkt. Sie hilft Geisteswissenschaftler/innen dabei, eine individuelle Einstiegsstrategie zu entwickeln. (Foto: WILA Bonn)

Die richtigen Stellen finden

Sich jede Woche durch Hunderte Stellenanzeigen zu wühlen, ist frustrierend. Wie Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen den (Wieder-)Einstieg strategisch angehen können, zeigen wir bei einem Workshop.

  • Seminar zum (Wieder-)Einstieg

  • Zielgruppe: Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen auf Jobsuche
  • Referentin: Annika Schneider, Redaktionsleiterin des WILA Arbeitsmarkt - Infodienst für Berufe in Bildung, Kultur und Sozialwesen
  • Ort: Wissenschaftsladen Bonn e.V., Reuterstraße 157, 53115 Bonn
  • Termin I: Freitag, 13. April 2018, 10 bis 17 Uhr (mehr Infos und Anmeldung)
  • Termin II: Freitag, 29. Oktober 2018, 10 bis 17 Uhr (mehr Infos und Anmeldung)

Stellen suchen und Bewerbungen schreiben. Puh, das hört sich nach Arbeit an. Es geht ja nicht nur darum, die WILA-Arbeitsmarkt-Tabellen durchzugehen und passende Anschreiben zu texten. Die Arbeit beginnt viel früher. Was kann ich? Wohin will ich? Wie finde ich die passenden Stellen? Und was brauche ich dafür? Fragen wie diese müssen geklärt sein, wenn es mit der Stellensuche klappen soll.

Gute Noten reichen nicht

Was wir können, ist uns Geisteswissenschaftler/innen meistens ziemlich klar. Wir haben Vorlesungen besucht, uns in Hausarbeiten gekniet, eine Bachelorarbeit oder vielleicht sogar eine Promotion abgeschlossen und verfügen jetzt über absolutes Expertenwissen. Das haben wir schwarz auf weiß in unseren Abschlusszeugnissen stehen, manche auch mit exzellenten Noten. Aber was bringt uns das für den Arbeitsmarkt? Dass wir unseren künftigen Arbeitgebern einiges bieten können, steht außer Frage. Aber dabei geht es selten nur um das Fachwissen, das in Form von Credit Points in unseren Zeugnissen verbürgt ist. Bevor wir das erste Bewerbungsanschreiben rausschicken, müssen wir uns überlegen, womit wir potentielle Arbeitgeber ganz praktisch überzeugen können. Mit Rhetorik, Allgemeinbildung, Sprachkompetenz?

Der nächste Schritt ist ebenso wichtig. Wo dockt das, was ich gut kann, an den Arbeitsmarkt an? Welche Berufsfelder passen zu meinen Stärken? Um diese Fragen zu beantworten, brauchen wir einen Überblick, was sich hinter dem diffusen „Arbeitsmarkt für Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen" überhaupt verbirgt. Denn „Geiwis" arbeiten fast überall: in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Politik, an Theatern und Museen, in mittelständischen Unternehmen und Weltkonzernen, an Schulen und in der Erwachsenenbildung. Herauszufinden, welche konkreten Aufgaben sich hinter den vielen Möglichkeiten verbergen – und welche davon zum eigenen Profil passen – ist eine umfassende Rechercheaufgabe.

Chancen auf dem verdeckten Arbeitsmarkt

Erst wenn diese „Hausaufgaben" erledigt sind, lohnt es sich, auf Stellenjagd zu gehen. Die Infodienste sind dafür ein nützliches und kompaktes Werkzeug. Man sollte sich allerdings nicht ausschließlich auf die WILA-Tabellen verlassen. Kontakte zu Arbeitgebern lassen sich kaum von der heimischen Couch aus knüpfen. Also müssen wir rausgehen, Menschen treffen, uns präsentieren. Dann kommen wir unseren Wunschstellen viel näher. Denn der verdeckte Arbeitsmarkt spielt bei der Jobsuche eine nicht zu unterschätzende Rolle – also alle die Stellen, die gar nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern unter der Hand vergeben werden.

Der Weg bis zum Arbeitsvertrag ist folglich mit viel Denkarbeit verbunden. Die gute Nachricht: Wenn wir die Stellensuche mit einer durchdachten Strategie anpacken, sparen wir uns Umwege, Zeitverschwendung und Enttäuschungen. In der WILA-Arbeitsmarkt-Redaktion entwickeln wir schon seit vielen Jahren passende Vorgehensweisen. Eine gut recherchierte Bewerbung an einen sorgfältig ausgewählten Arbeitgeber erhöht die eigenen Chancen enorm. Manchmal ist aber auch ein Ehrenamt oder eine freiberufliche Tätigkeit der Schlüssel zum Job. In anderen Fällen hilft eine gezielte Weiterbildung. Und auch wenn Jobmessen nicht immer passende Stellen haben, wirken sie als Übungsraum für die Selbstpräsentation manchmal Wunder.

Wo verstecken sich die guten Stellen?

In Workshops im April und Oktober wollen wir diese und andere Strategien zusammentragen. Wir nehmen den Arbeitsmarkt für Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen unter die Lupe und setzen uns mit unvermeidbaren Fragen auseinander. Welche Stellen gibt es für uns, und wo finden wir sie? Was bringt jeder und jede einzelne von uns mit, und welche Tätigkeitsbereiche passen dazu? Auf welche Probleme stoßen wir bei unseren Bewerbungen und wie gehen wir damit um? Einen Tag lang wollen wir mit fachlichen Inputs, in einer Ideenwerkstatt, im gemeinsamen Austausch und bei der konkreten Stellensuche Antworten finden.

Sie sind Geistes- oder Sozialwissenschaftler/in? Sie starten nach einer längeren Auszeit wieder oder zum ersten Mal überhaupt in den Arbeitsmarkt? Im Dschungel der Stellenangebote haben Sie Ihren eigenen Weg noch nicht gefunden? Dann sind Sie herzlich willkommen! Alle Teilnehmenden schicken bitte vorab Ihren Lebenslauf und ein paar Zeilen zu ihrer Situation und ihren Erwartungen ein.

  • Infodienst-Trainee-StellenDer Artikel ist im Infodienst WILA Arbeitsmarkt erschienen. Jede Woche werden dort mehrere hundert Stellen speziell für Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen - zusammengestellt.
  • Die Abonnentinnen und Abonnenten erhalten so einen Überblick über den aktuellen Stellenmarkt, bleiben bei der Jobsuche am Ball - und kommen auch auf Jobs, nach denen sie gar nicht gesucht hätten.
  • Erstabonnent/innen können ein vierwöchiges Schnupperabo zum Preis von nur 10 € bestellen. Mehr Infos hier.

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