Die Teilzeitfalle
Wenn die Kinder größer werden, wollen manche Frauen wieder mehr arbeiten. Doch die Chefinnen und Chefs halten davon nicht immer etwas. Foto: © visiondigital / Fotolia.de

Die Teilzeitfalle

Teilzeitjobs boomen. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Denn viele wollen gerne ihre Stundenzahl erhöhen, stecken aber in der Teilzeit buchstäblich fest. Welche Auswege gibt es?

Text: Daniela Lukaßen 

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten steigt seit Jahren an. Während im März 2005 rund 4.740.000 Menschen mit reduzierter Stundenzahl tätig waren, waren es nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im März 2015 gut acht Millionen Beschäftigte, also rund doppelt so viele.

Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich: Während das Arbeitsmodell für viele Mitarbeitende optimale Möglichkeiten bietet, sehen sich andere gezwungen, unfreiwillig mit einer Teilzeitstelle auskommen zu müssen. Auch sie zählen zu den gut acht Millionen Beschäftigten, die mit reduzierter Stundenzahl arbeiten. Teilzeitarbeit wird für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eigentlich eine Vollzeitbeschäftigung suchen, häufig zu einer großen Belastung.

Michael Hermund vom DGB Bezirk NRW kennt die verschiedenen Sichtweisen. „Um Erwerbstätigkeit und Kindererziehung unter einen Hut zu bekommen, ist die Arbeitszeitverkürzung meist das Mittel der Wahl“, erklärt er und ergänzt: „Das gilt nicht nur für die Mütter. Auch Väter wünschen sich während der Elternzeitphase oft mehr Zeit für das Kind. Mit einer befristeten Arbeitszeitverkürzung können die Arbeitszeiten so stärker und flexibler an die sogenannten Wechselfälle des Lebens angepasst werden.“

Fast jeder siebte Erwerbstätige würde gerne mehr arbeiten

Das bedeutet im Klartext: Wer nicht in Vollzeit arbeitet, kann Job und Familie besser miteinander vereinbaren. Teilzeitjobs bieten also Chancen. Nach der Elternzeit oder nach längerer Krankheit gelingt so beispielsweise ein leichterer Wiedereinstieg in den Beruf. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Denn nicht jeder Mensch arbeitet freiwillig in Teilzeit. „Nicht immer haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Wahl“, weiß Hermund. „Immer häufiger werden von Arbeitgeberseite nur Teilzeitarbeitsplätze angeboten.“

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Besonders betroffen seien beispielsweise der Einzelhandel, aber auch der öffentliche Dienst, und damit ein Berufsfeld, in dem häufig auch Akademikerinnen und Akademiker tätig sind. Der Grund für die vermehrte Ausschreibung von Teilzeitstellen ist simpel. „Eine möglichst große Flexibilität bei niedrigen Kosten“, sagt Michael Hermund. Doch auch wenn viele Menschen eigentlich eine Vollzeitstelle suchen würden, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch Jobs mit reduziertem Stundenumfang annehmen, oft groß. „Aufgrund der nach wie vor schwierigen Arbeitsmarktsituation nehmen Menschen dann einen Teilzeitarbeitsplatz an, obwohl sie eigentlich nach einer Vollzeitstelle suchen“, erklärt der DGB-Beschäftigte.

„Die Folgen sind weniger Einkommen, mehr Unsicherheit und im Alter weniger Rente.“

Fast jeder siebte Erwerbstätige würde laut Hermund in Deutschland bei einer entsprechenden Vergütung gerne mehr arbeiten. Doch auch über den Wunsch nach einer Vollzeitstelle hinaus wirft das vermehrte Angebot von Teilzeitjobs dem DGB zufolge Probleme auf. „Unfreiwillige Teilzeit und ständige Unterbeschäftigung sind nachteilig“, erklärt der Referent. „Denn große Gruppen von Erwerbspersonen werden damit teilweise oder ganz von der Erwerbsarbeit ausgeschlossen. Zum Beispiel, wenn die Teilzeitarbeitsstelle auch noch befristet ist.“ Auf diese Weise werde die Erwerbsarbeit zu einer unsicheren Form der Teilhabe an der Gesellschaft. Hermund erläutert: „Die Folgen sind weniger Einkommen, mehr Unsicherheit und im Alter weniger Rente.“

Auch Martin Schneider (Name geändert) arbeitet in Teilzeit. Er ist in einer Werbeagentur tätig. „Die Stelle war auf 25 Stunden ausgeschrieben. Eigentlich war mir das von Anfang an zu wenig. Auch weil das Gehalt natürlich entsprechend gering ausfällt“, erzählt er. Dennoch bewarb er sich. „Ich hatte halt keine Alternative. Ansonsten hätte ich mich selbstständig machen müssen, und das war mir so kurz nach dem Studium zu früh.“ Inzwischen ist er seit fast eineinhalb Jahren bei der Agentur tätig. Ob sein auf zwei Jahre befristeter Vertrag verlängert wird, weiß er nicht. „Ich bewerbe mich derzeit aber auf ganz unterschiedliche Texter-Stellen. Natürlich sind auch Teilzeitjobs dabei. Ich hoffe aber, dass ich doch noch einen Vollzeitjob finde oder dass aus einem Teilzeitjob vielleicht irgendwann eine Vollzeitbeschäftigung wird.“

Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Vollzeit

Doch wie sieht es mit den rechtlichen Voraussetzungen aus? Klar ist eines: Im Teilzeit- und Befristungsgesetz, kurz TzBf, ist geregelt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Betrieben mit mindestens 15 Beschäftigten einen Anspruch auf Teilzeit haben. „Allerdings kann der Arbeitgeber den Wunsch auf Arbeitsreduzierung aus betrieblichen Gründen verweigern“, erklärt Hermund. Wie sieht es jedoch in Bezug auf das Thema Vollzeit aus? „Das Gesetz erleichtert es Beschäftigten, die sich für eine Teilzeitbeschäftigung entscheiden, wieder auf einen Vollzeitarbeitsplatz zurückzukehren.

Es gibt zwar keinen Rechtsanspruch auf Vollzeit, das Gesetz bietet Beschäftigten jedoch die Chance, ihre Arbeitszeitinteressen besser zu verwirklichen als früher“, weiß Hermund. Bessere Schutzrechte für die Beschäftigten seien oft in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen verankert. Betroffenen, die sich unsicher sind, welche Rechte sie haben, rät Hermund dazu, sich bei Fragen an ihren Betriebsrat oder ihre Gewerkschaft zu wenden. 

Ein Teilzeitjob, wenn man eigentlich in Vollzeit arbeiten möchte oder muss, belastet in vielerlei Hinsicht. Andreas Kerneder ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungs- und Consulting-Unternehmens zweikern GbR. Er ist Psychologe. „Wenn ein Mensch etwas möchte, alles daran setzt und es dennoch nicht erreicht, kann das gravierende Folgen mit sich bringen“, erklärt er und spricht in diesem Zusammenhang auch von der sogenannten „erlernten Hilflosigkeit“. Die Situation kann nicht beeinflusst oder kontrolliert werden. Der Mensch ist ihr also hilflos ausgeliefert.

Ein Aspekt, der auch im Falle der nicht gewünschten Teilzeitbeschäftigung ausschlaggebend sei. „Wenn ein Mensch über Monate oder vielleicht sogar über viele Jahre erfolglos versucht, eine Vollzeitstelle zu bekommen, kann das krank machen und sogar in einer Depression oder einem Burn-out enden“, erklärt Kerneder. Das Gefühl, nicht mehr aus der Situation herauszukommen und keinen Einfluss nehmen zu können, baut Druck auf. Und es demotiviert. „Im schlimmsten Fall entsteht so ein Teufelskreis“, sagt der Psychologe.

"Man kann auch in einem anderen Tun Wertschätzung erfahren und nicht nur im Berufsalltag“

Für die Betroffenen sei es darum wichtig, dem Beruf und der Arbeitssituation keinen zu großen Raum in ihrem Leben zu geben. „Für uns Menschen ist es immer wichtig, dass wir in dem, was wir tun, eine Sinnhaftigkeit erkennen“, erklärt Kerneder. Ist diese Sinnhaftigkeit im Job nicht mehr gegeben, könne es hilfreich sein, diese in anderen Aktivitäten zu finden. „Man kann auch in einem anderen Tun Wertschätzung erfahren und nicht nur im Berufsalltag“, führt er aus. Denn das steigere den Selbstwert der Betroffenen enorm. Welche Tätigkeit einem Menschen eben dieses Gefühl der Sinnhaftigkeit vermitteln würde, müsse jedoch jeder für sich selbst herausfinden. „Was für den einen die ehrenamtliche Tätigkeit sein kann, ist für den anderen möglicherweise der Sport“, sagt Kerneder. Was zunächst banal klinge, könne sich durchaus auch auf das Berufsleben positiv auswirken. „Oftmals kann dies einen positiven Kreislauf auslösen. Die Motivation, sich den eigenen Problemen zu stellen, wird gestärkt, und die Betroffenen gehen selbstbewusster an die Dinge heran.“

Ganz einfach sei es aber dennoch nicht, mit Krisen wie dieser umzugehen. „Insbesondere für Männer ist die Situation oftmals noch schwieriger als für Frauen“, weiß der Berater. „Sie sind häufig deutlich karriereorientierter, neigen eher dazu, Sorgen in sich hineinzufressen und können so schlechter mit beruflichen Problemen wie diesem umgehen.“

Darum rät er Teilzeitbeschäftigten, die nach einer Vollzeitstelle streben, dazu, die eigenen Gefühle nicht zu verdrängen. Stattdessen sei es wichtig, die Sorgen, Belastungen und Frustrationen offen zu kommunizieren, auch und insbesondere in der Partnerschaft. Ansonsten könne sich die berufliche Krise auch auf diese auswirken. „Außerdem ist es ratsam, von dem überzeugt zu sein, was man tut und was man kann“, betont Kerneder. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Vorgesetzte von ihren Kompetenzen und ihrem Mehrwert überzeugen können, haben oft bessere Chancen, dass ihr Teilzeitjob in eine Vollzeitstelle umgewandelt wird. 

Doch nicht nur in Zeiten, in denen die Menschen noch berufstätig sind, kann Teilzeit zu einem Problem für die Betroffenen werden. Und auch die psychischen Belastungen sind nicht die einzigen Herausforderungen, die auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zukommen. Auch auf die Altersvorsorge wirkt sich das geringere Einkommen massiv aus. „Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden individuell berechnet. Sie berücksichtigen den persönlichen Lebenslauf, der in der Regel die Zeit vom 17. Lebensjahr bis zum Renteneintritt umfasst.

Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Dabei gilt: Wer viel verdient und entsprechend Beiträge zahlt, erwirbt damit einen höheren Rentenanspruch als jemand, der beispielsweise wegen einem Teilzeitjob ein tendenziell geringeres Einkommen hat“, erklärt Stefan Braatz von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Das bedeutet: Je länger und je mehr ein Mensch einzahlt, desto höher fällt die Rente später aus. Im Umkehrschluss bedeutet das für Teilzeitarbeitskräfte: Weil sie in der Regel weniger einzahlen als ihre in Vollzeit tätigen Kolleginnen und Kollegen, müssen sie im Alter auch mit weniger Rente rechnen. 

Beschäftigt man sich mit dem Thema Teilzeit, wird eines deutlich: Noch immer handelt es sich bei Teilzeitarbeit um ein Modell, das in erster Linie Frauen betrifft. Nach einem Bericht des Arbeitsministeriums ist die Zahl berufstätiger Frauen zwischen 2001 und 2014 um 1,7 Millionen angestiegen. Das sind 72,4 Prozent aller Frauen. Gleichzeitig sank die Zahl vollzeitbeschäftigter Frauen um knapp eine Million, während 2014 aber 2,5 Millionen Frauen mehr als zuvor in sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs beschäftigt waren. Und viele von ihnen, rund 13,7 Prozent, arbeiteten nicht freiwillig mit einem reduzierten Stundenumfang, sondern vielmehr deshalb, weil sie keine Vollzeitstellen finden konnten. Und da zusätzlich zu diesen Arbeitnehmerinnen zahlreiche Frauen freiwillig auf einen Vollzeitjob verzichten, um sich parallel zum Beruf um Kinder, Familie und Haushalt kümmern zu können, scheint auch das Thema Altersarmut in Folge geringerer Rentenansprüche wegen Teilzeitarbeit ein vorrangig weibliches Problem zu sein. 

„Solange Kinder klein sind, ist Teilzeitarbeit vorübergehend sicherlich sinnvoll. Aber es gibt europaweit große Unterschiede beim Umfang von Teilzeitarbeit."

Helma Sick ist Gründerin des Unternehmens frau & geld und Autorin des Buches „Ein Mann ist keine Altersvorsorge“, das sie zusammen mit der früheren Bundesfamilienministerin Renate Schmidt geschrieben hat. Sie berät Frauen zu den Themen Vermögensplanung, existenzielle Absicherung und Altersvorsorge. Dabei stellt sie immer wieder eines fest, wenn es um die Altersvorsorge geht: „Schwierig bei solchen Themen ist, dass es vielfach bei Frauen - gerade bei jungen - kein Problembewusstsein dafür gibt. Insofern auch wenig Neigung, sich damit zu beschäftigen“, sagt sie und ergänzt: „Altersarmut von Frauen ist kein Naturgesetz, sondern ein jahrzehntelanges Zusammenwirken von diskriminierenden Faktoren wie der Lohnungleichheit oder falscher staatlicher Familiensubventionierung, die den Ausstieg von Frauen aus dem Beruf belohnt, vor allem, wenn sie verheiratet sind.“

Auch der Teilzeitjob sei ein ausschlaggebender Faktor, wenn es um den Aspekt Altersarmut von Frauen geht. Sick betont: „Solange Kinder klein sind, ist Teilzeitarbeit vorübergehend sicherlich sinnvoll. Aber es gibt europaweit große Unterschiede beim Umfang von Teilzeitarbeit. In Deutschland wird mit der geringsten Stundenzahl gearbeitet, nämlich mit im Durchschnitt nur 18,5 Wochenstunden. In anderen Ländern sind es 25 Wochenstunden und mehr. Das schlägt sich natürlich auch auf die Höhe der Altersrente nieder.“

"Ich verhandle derzeit mit meinem Arbeitgeber, damit die Arbeitszeit aufgestockt wir. Aber meine Chefin stellt sich etwas quer."

Doch nicht nur Mütter kleiner Kinder würden sich für eine geringere Arbeitszeit entscheiden. „Laut Statistischem Bundesamt reduzieren viele Frauen ihre wöchentliche Arbeitszeit sogar schon dann, wenn sie lediglich mit ihrem Partner zusammenziehen“, erklärt die Beraterin. „Die Frau reduziert also ihre Arbeitszeit, damit sie sich um den gemeinsamen Haushalt kümmern kann, der Mann arbeitet weiter wie bisher. Und das alles, noch bevor das erste Kind da ist. Stellt sich dann Nachwuchs ein, reduzieren Frauen ihre Arbeitszeit weiter, Männer arbeiten noch mehr, und das bleibt dann auch so.“ Zudem planten nur 30 Prozent der Mütter, die ganz oder teilweise aus dem Beruf ausgestiegen sind, später wieder Vollzeit einzusteigen. 26 Prozent würden auch mittel- und langfristig einen Teilzeitjob anstreben.

Damit Frauen keine existenziellen Risiken eingehen, sei es wichtig, dass ein Teilzeitjob nur eine vorübergehende Phase im Leben ist und jede Frau so bald wie möglich wieder eine Vollzeittätigkeit ausübt, wie Sick betont. Wie auch Stefan Braatz rät sie zu zusätzlicher Altersvorsorge.

Mit dem Thema Rente hat sich Julia Mai (Name geändert) lange Zeit gar nicht auseinandergesetzt. Die 34-Jährige ist als Teilzeitbeschäftigte in der Pressestelle einer mittelgroßen Stadt tätig. „Als ich mit meinem Sohn schwanger wurde, war mir klar, dass ich nach der Geburt nicht wieder in Vollzeit arbeiten möchte“, sagt sie. Sie reduzierte ihre Arbeitszeit auf 20 Stunden. Heute ist ihr Sohn drei Jahre alt und geht in den Kindergarten. „Ich verhandle derzeit mit meinem Arbeitgeber, damit die Arbeitszeit aufgestockt wird“, berichtet sie. „Aber meine Chefin stellt sich etwas quer. Für mich wären 30 Stunden optimal. Sie sagt aber, entweder bleiben wir bei diesem Modell oder ich muss in Vollzeit arbeiten. Das wäre mir jedoch derzeit etwas zu stressig.“

Teilzeit = Karriereknick?

Von dem Gedanken, in Teilzeit richtig Karriere machen zu können, habe sie sich ohnehin verabschiedet, wie Julia Mai sagt. „Als die Leitung der Pressestelle ausgeschrieben war und ich mich für diesen Posten interessiert habe, wurde mir deutlich signalisiert, dass das in Teilzeit nicht möglich sei“, erklärt die junge Frau und ergänzt: „Und mein Vorschlag, noch eine weitere Teilzeitkraft für diese Position einzustellen, wurde gar nicht ernst genommen.“ Wenn ihr Sohn in die Schule geht, möchte die Pressereferentin auf jeden Fall versuchen, eine Vollzeitstelle zu finden: „Erstens wollte ich es im Job immer zu etwas bringen, und zweitens macht mir der Gedanke an die Altersvorsorge wirklich Sorgen.“ 

Das Thema Teilzeitjobs ist also eines mit vielen Facetten. Und auch wenn dieses Modell in bestimmten Situationen gute Chancen bietet, kann die Teilzeit auch zu einer echten Falle werden. Nicht nur, was die Karrieremöglichkeiten betrifft, die sich fast zwangsläufig verschlechtern, wenn ein Mensch nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft mit einem deutlich reduzierten Stundenumfang arbeitet. Auch mit Blick auf die Absicherung im Alter kann dieses Modell negative Konsequenzen haben. Für Menschen, deren Stelle nur auf eine Teilzeitbeschäftigung ausgerichtet ist, heißt das: weitersuchen. Es sei denn, sie sind mit diesem Konstrukt tatsächlich zufrieden und haben die Möglichkeit, eine ergänzende private Altersvorsorge zu finanzieren.

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