Die Kunden im Blick
Eine Möglichkeit in einer Mediaagentur Fuß zu fassen, ist das Traineeprogramm: Hier lernen Berufseinsteiger*innen die Kompetenzen, die für den Job wichtig sind.

Die Kunden im Blick

Lea Brüggemeyer absolviert ein Traineeprogramm bei einer Full-Service Mediaagentur in Düsseldorf. Dabei lernt sie, worauf es bei den Kundenaufträgen ankommt – von der Trendrecherche über die Erstellung des Newsletters bis hin zur Budgetplanung.

Text: Christine Lendt 

Lea Brüggemeyer musste sich für das Vor­stellungsgespräch Vermarktungsideen für ein Produkt überlegen. Foto: privat

Werbetreibende Unternehmen beraten und kreative Lösungen entwickeln, damit die jeweiligen Marken den entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen – darum dreht es sich bei der weltweit in mehr als 100 Ländern vertretenen Mediaagentur Universal McCann GmbH (UM). An den Aufträgen für einen der Kunden arbeitet auch Lea Brüggemeyer mit. Sie absolviert gerade ein 18 Monate langes Traineeprogramm am Standort Düsseldorf. Hier lernt sie verschiedene Bereiche kennen, jede Woche erhält sie neue Aufgaben. „Mal handelt es sich zum Beispiel um Recher­chearbeiten, um unseren Kunden über die neusten Entwicklungen der Branche auf dem Laufenden zu halten“, erklärt die 21-Jährige.

„Diese Arbeiten können mithilfe bestimmter Tools ablaufen, beispielsweise über den Trendmanager. Teilweise geht es aber auch durch Eigenrecherche oder Newsletter, in die ich mich einlese.“ An anderen Arbeitstagen beobachtet sie den Wettbewerb, also Firmen mit ähnlichen Produkten, legt eine Kampagnenübersicht an oder schreibt selbst einen Newsletter. „Oft handelt es sich auch um Aufgaben aus dem Bereich Finanzen, bei denen ich viel mit Rechnungen, Zahlen und großen Excel-Tabellen arbeite oder einen Budgetforecast erstelle, um zusammen mit dem Kunden die anfallenden Kosten zu planen.“

Auch Meetings gehören zu den täglichen Aufgaben von Lea Brüggemeyer. „Wo stehen wir? An welchen Themen arbeiten wir gerade? Wo gibt es momentan Probleme?“ Fragen wie diese werden dabei gemeinsam mit den Kolleg*innen geklärt, zu denen auch viele Geistes- und Kommunikationswissen­schaftler*innen gehören. Ab und zu stehen auch Termine mit Vermarktern an, bei denen diese sich vorstellen und das Agentur-Team darüber informieren, welche Werbemöglichkeiten es bei ihnen gibt. Aufgrund der Coronapandemie arbeitet Lea Brüggemeyer momentan noch die meiste Zeit im ­Homeoffice, und so handelt es sich oft um Video-Konferenzen. Geplant ist, dass sich das Team jetzt wieder regelmäßiger im Büro trifft.

Neben ihren typischen Tätigkeiten erhält die Trainee die Möglichkeit, über ein internes Programm an verschiedenen Kursen teilzunehmen, bei denen sie zu unterschiedlichsten Themen etwas dazulernen kann. „Mein erstes extern angebotenes Zertifikat zum Thema Twitch konnte ich bereits erfolgreich abschließen, und das zweite steht jetzt bald an. Dabei wird es um das Thema Amazon gehen.“

Vorstellungsgespräch mit Präsentation

Die Stellenausschreibung fand Lea Brüggemeyer auf der Karriereseite von IPG Medi-a­­brands, zu der UM Deutschland gehört. Zugangsvoraussetzungen waren eigentlich ein abgeschlossenes Marketing-, Kommunikations- oder medienwissenschaftliches Studium. Lea Brüggemeyer konnte als Betriebswirtin, die sich auf Eventmanagement und Medienmanagement spezialisiert und bei der IHK Hannover zur Projektleiterin weitergebildet hat, trotzdem überzeugen.

Erwartet wird auch ein sicherer Umgang mit Zahlen und Verständnis für die Analyse sowie Aufbereitung von Datenmengen. Außerdem sollte man über ein ausgeprägtes strategisches Verständnis und eine versierte Kommunikationsfähigkeit in der Vermittlung komplexer Themen verfügen, sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Idealerweise sollten Bewerber*innen auch erste Erfahrungen im Media-, Marketing- oder Kommunikationsbereich mitbringen zum Beispiel durch Praktika oder Werkstudententätigkeiten.

Lea Brüggemeyer reichte ihre Bewerbung direkt über das Bewerbungsportal auf der Firmenwebsite ein. Kurz darauf wurde sie telefonisch zum Vorstellungsgespräch eingeladen, das noch in der gleichen Woche stattfand. „Für das Gespräch habe ich einen Case bekommen, bei dem ich mir Vermarktungsideen für ein Produkt überlegen sollte. Meine Überlegungen habe ich als kleine Powerpoint-Präsentation vorbereitet und vorgestellt.“ Eine Woche nach dem Gespräch kam die Zusage mitsamt eines ersten Vertragsentwurfs, wenige Wochen später konnte sie das Traineeprogramm beginnen.

Ihre Übernahme nach dem Traineeship stand von Anfang an fest. Welche Position dann auf sie wartet, wird nach zwölf Monaten in einem Reviewgespräch geklärt werden. „Mir wurde aber bereits deutlich gemacht, dass ich gerne meine Wünsche äußern kann, wie es anschließend weitergehen soll. Das bedeutet, wenn ich mal einen anderen Kunden betreuen möchte, kann ich das Team wechseln. Das wird dann zusammen mit der HR-Abteilung abgestimmt.“ Außerdem besteht für sie die Möglichkeit, in einem anderen Land an einem der anderen Standorte zu arbeiten.

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